Die Nachtkatzen von Paris
Eine illustrierte Geschichte von Inkwell Tales · Mystery · Noir · Für alle · Englisch, Türkisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Indonesisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch
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Nach Museumsschluss untersucht eine Katzenbande ein kleines Gemälde, das sich jede Nacht ein wenig verändert.
Wenn das Musée Lumière schließt, übernehmen die Katzen. Inspektor Gaspard, ein erfahrener grauer Kater, die scharfsichtige Minette und der große, hungrige Bouchon bemerken, dass ein kleines verblasstes Gemälde, Der Garten in der Dämmerung, jeden Morgen anders aussieht: ein neuer Vogel, ein neuer Mond, eine neue Rose. Sie folgen einer Spur aus nasser Farbe und einem Pfefferminzpapier und finden den 'Dieb': Monsieur Armand, der freundliche alte Nachtwächter, vollendet heimlich das Bild, das seine verstorbene Frau Céleste begonnen hat. Als die Direktorin ihn im Morgengrauen erwischt, holen die Katzen Célestes Skizzenbuch als Beweis. Endlich ist der Garten fertig, mit einer kleinen grauen Katze auf der Bank.
Figuren
- Inspector Gaspard (Detektiv und Anführer der Museumskatzen): Ein erfahrener grauer Kater, der das Musée Lumière seit zwölf Wintern bewacht und vor allem seiner Nase vertraut.
- Minette (Die Scharfsichtige): Eine elegante schwarze Katze, die jedes Gemälde im Museum auswendig kennt und in ihr Notizbuch zeichnet.
- Bouchon (Der Große): Ein riesiger, flauschiger Kater, der Stärkste der Bande, der immer an seinen nächsten Happen denkt.
- Monsieur Armand (Der Nachtwächter): Der betagte Nachtwächter des Museums, ein Witwer, der seit dreißig Jahren jede Nacht durch die Säle geht und immer Leckerli für die Katzen aufhebt.
Folge 1: Das Gemälde, das sich verändert
Die Museumskatzen entdecken, dass sich ein kleines verblasstes Gemälde wieder verändert hat. Sie finden nasse Farbe und ein Pfefferminzpapier und werden beinahe von einer geheimnisvollen Gestalt erwischt.
Paris, nach Mitternacht. Das Museum gehört den Katzen.
Inspector Gaspard: Eine ruhige Nacht. Zu ruhig.
Minette: Chef! Das kleine Gartenbild hat sich wieder verändert.
Inspector Gaspard: Schon wieder? Zeig mal.
Bouchon: Bilder können sich nicht verändern. Ist schon Frühstückszeit?
Drei Nächte hintereinander gab es etwas Neues in Saal 12.
Minette: Letzte Nacht saß kein Vogel auf der Bank.
Inspector Gaspard: Und die Nacht davor?
Minette: Kein Mond am Himmel.
Inspector Gaspard: Frische Farbe. Noch feucht.
Inspector Gaspard: Heute Nacht war jemand hier.
Inspector Gaspard: Terpentin. Und ... Pfefferminz.
Minette: Terpentin? Das benutzen Maler.
Bouchon: Ein Malergeist!
Minette: Geister kaufen keine Farbe, Bouchon.
Klick.
Inspector Gaspard: Versteckt euch! Schnell!
Inspector Gaspard: Unser Maler mag Pfefferminzbonbons.
Der Fall war eröffnet.
Folge 2: Die Pfefferminzspur
Die Spur führt zu Monsieur Armand, dem freundlichen Nachtwächter. Die Katzen folgen ihm von seiner Loge in Saal 12 und beobachten ihn beim Malen, bis ein Nieser sie verrät.
In der nächsten Nacht.
Inspector Gaspard: Wer im Museum isst Pfefferminzbonbons?
Bouchon: Monsieur Armand riecht immer nach Pfefferminz.
Bouchon: Er teilt seine Sardinenkekse mit mir.
Inspector Gaspard: Armand. Der einzige Mensch, der je gut zu uns war.
Minette: Seht. Ein Farbkasten. Und Pinsel.
Monsieur Armand: Zeit für die Arbeit, meine Céleste. Heute die Rosen.
Inspector Gaspard: Derselbe Garten. Dieselbe Bank.
Dong ... Dong ...
Bouchon: Ich habe Hunger.
Minette: Psst!
Monsieur Armand: Guten Abend, Céleste. Heute nur eine Rose.
Minette: Er stiehlt nicht. Er malt.
Inspector Gaspard: Warum dann heimlich?
HATSCHI!
Minette: Bouchon!
Monsieur Armand: Ah. Meine drei Nachtinspektoren.
Inspector Gaspard: Vom Verdächtigen erwischt. Nicht meine Sternstunde.
Folge 3: Der Garten in der Dämmerung
Armand erzählt den Katzen von seiner verstorbenen Frau Céleste und dem Bild, das sie nie vollendet hat. Im Morgengrauen erwischt die Direktorin ihn mit nasser Farbe, und die Katzen eilen los, um Célestes Skizzenbuch zu holen und ihn zu retten.
Monsieur Armand: Meine Frau Céleste begann diesen Garten vor vierzig Jahren.
Monsieur Armand: Sie wurde krank, bevor sie ihn vollenden konnte.
Monsieur Armand: Aber sie hinterließ ein Skizzenbuch, in dem jede Blume geplant war.
Monsieur Armand: Also male ich jede Nacht ein wenig weiter. Für sie.
Inspector Gaspard: Kein Dieb. Ein Mann, der sein Versprechen hält.
Im Morgengrauen kam die Direktorin früh herein.
Monsieur Armand: Madame, ich kann das erklären...
Inspector Gaspard: Das Skizzenbuch! Schnell zum Pförtnerhäuschen!
Schrrrapp!
Bouchon: Dieses Buch ist schwerer als ich!
Inspector Gaspard: Lesen Sie, Madame. Bitte.
Monsieur Armand: Ihr Skizzenbuch? Aber wie...?
„Armand, vollende unseren Garten für mich. In Liebe, Céleste.“
Die Direktorin las es zweimal. Dann lächelte sie.
Monsieur Armand: Sie sagt, ich darf es vollenden. Bei Tageslicht!
Bouchon: Heißt das, es gibt mehr Kekse?
Ein Frühlingsabend. Fall abgeschlossen.
Inspector Gaspard: Gut getroffen. Er hat meine Schokoladenseite erwischt.